Effiziente Ladungssicherung hängt von der Art des Ladegutes ab und beginnt bei der richtigen, transportgerechten Verpackung, dem Beladen und dem Stauen und Sichern des Ladegutes. Nur gut verpackte und verstaute Ware kann beförderungs- und verkehrssicher gesichert und transportiert werden.

Kräfteeinwirkung auf das Ladegut beim Transport

Bei normalem Fahrbetrieb (dazu gehören auch Vollbremsungen, Beschleunigungen, Ausweichmanöver und schlechte Straßenverhältnisse) wirken enorme Kräfte auf das Ladegut ein.


Beispiel: 0,5 G zur Seite bedeuten, dass Ladegut mit 10 to Eigengewicht mit Kräften von bis zu 5 to Gewicht in die Plane drücken kann: 0,5 G = 50 % des Eigengewichtes.

Kräfteeinwirkung auf das Ladegut beim Straßentransport

Kräfteeinwirkung auf das Ladegut beim Straßentransport

Kräfteeinwirkung auf das Ladegut im Kombinierten Verkehr

Kombinierter Verkehr Kombinierter Verkehr

Durch den Waggonverschub in Bahnhöfen und durch Roll- und Kränbewegungen auf Schiffen wirken auf das Ladegut höhere Kräfte als beim Trucking auf der Straße ein.


Dies erfordert bei Transporten im Kombinierten Verkehr erhöhte Ladungssicherungsmaßnahmen:


  • Da die Auflieger am Waggon auch gegen die Fahrtrichtung verladen werden, muss das Ladegut ebenso gegen ein Verrutschen nach hinten gesichert sein.
  • Achten Sie auf optimale Gewichtsverteilung am Auflieger - Vermeiden Sie kopf- oder hecklastige Verladungen!
  • Überprüfen Sie vor jeder Übergabe an den Terminal/Hafen bzw. bei jeder Übernahme des Aufliegers nochmals die korrekte Ladungssicherung (z.B. ausreichende Spannkraft der Spanngurte).

Kräfteeinwirkung im Kombinierten Verkehr - Bahn

Kräfteeinwirkung im Kombinierten Verkehr - Bahn Kräfteeinwirkung im Kombinierten Verkehr - Bahn

Kräfteeinwirkung im Kombinierten Verkehr - Schiff

Kräfteeinwirkung im Kombinierten Verkehr - Schiff Kräfteeinwirkung im Kombinierten Verkehr - Schiff

Die Arten der Ladungssicherung

Die formschlüssige Ladungssicherung

Bei der formschlüssigen Ladungssicherung wird das Ladegut direkt und ohne Ladelücke bis an die Laderaumbegrenzung (Stirnwand, Bordwand, Rungen etc.) verladen.
Die formschlüssige Verladung gilt in Kombination mit XL-Aufliegern als besonders effiziente Methode der Ladungssicherung.
Ist dies aufgrund der Beschaffenheit des Ladegutes nicht möglich, kann der Formschluss unter Zuhilfenahme von Spanngurten und Hilfsmitteln erreicht werden. Formschlüssige Methoden der Ladungssicherung mit Spanngurten sind z.B. das Cross- und Spring-Lashing, die Kopf- oder Buchtlasche.

Die kraftschlüssige Ladungssicherung

Bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung wird durch das Niederzurren des Ladegutes die Gewichtskraft des Ladegutes erhöht und damit eine bessere Ladungssicherung erzielt.
Kraftschlüssige Ladungssicherung: Beim Niederzurren verlieren die Gurte mit abnehmendem Winkel an Zurrkraft

Die kombinierte Ladungssicherung

Bei der kombinierten Ladungssicherung werden Elemente der formschlüssigen und kraftschlüssigen Ladungssicherung kombiniert. Das Ladegut wird z.B. an die Stirnwand geladen und mit Spanngurten form- und kraftschlüssig verzurrt. In der Praxis ist dies eine sehr häufig angewandte Methode der Ladungssicherung.
Absicherung für den Kombinierten Verkehr – nach vorne, zur Seite und nach hinten, unter Verwendung von Antirutschmatten
Bei den hier abgedruckten Abbildungen handelt es sich um Symbolbilder. Informationsblätter mit konkreten Praxisbeispielen gemäß EN 12195-1 zu den unterschiedlichen Methoden der Ladungssicherung für verschiedene Produktgruppen erhalten Sie von Ihrer Ansprechperson.

Video-Clip "Arten der Ladungssicherung"

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Spanngurte und Hilfsmittel zur Ladungssicherung

Die ausreichende Anzahl von Ladungssicherungsmitteln (Spanngurte, Kantenschoner, Antirutschmatten) und deren einwandfreier Zustand sind Grundvoraussetzung für eine effektive Ladungssicherung.
Spanngurt mit Langhebelratsche Spanngurt mit Langhebelratsche Vorspannkraft-Messgerät Vorspannkraft-Messgerät

Spanngurte und Vorspannkraft-Messgerät

Spanngurte dienen in erster Linie zur Herstellung einer kraft- und formschlüssigen Ladungssicherung am Fahrzeug. Durch das Niederzurren wird die Gewichtskraft erhöht und eine bessere Ladungssicherung erreicht. Prinzipiell unterscheidet man:

  • Kurzhebelratsche mit ca. 350 daN (kg) Spannkraft
  • Langhebelratsche mit ca. 500 daN (kg) Spannkraft

Die effektive Spannkraft hängt grundsätzlich davon ab, mit welchem Kraftaufwand der Spanngurt mittels der Ratsche angezogen wird. Deshalb kann die effektiv erreichte Spannkraft nur mit Hilfe eines Vorspannkraft-Messgerätes ermittelt werden.

Video-Clip "Handhabung von Spanngurten"

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Hilfsmittel: Antirutschmatten und Kantenschoner

Grundsätzlich erhöhen Antirutschmatten den Reibbeiwert. Diese Eigenschaft ist in der Ladungssicherung jedoch nur bei bestimmten Produkten ein Vorteil. Bei anderen Produkten kann ihr Einsatz sogar nachteilige Auswirkungen haben (z.B. Ware verrutscht auf Palette, verstärkt Kippwirkung).


Kantenschoner schützen nicht nur das Ladegut und den Spanngurt, sondern sind ein effektives Hilfsmittel der Ladungssicherung. Sie verteilen die Vorspannkraft gleichmäßig.

Ihre Aufgaben und Ihre Verantwortung

Jede Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass diese selbst bei Vollbremsungen, bei plötzlichen Ausweichmanövern oder schlechten Straßenverhältnissen nicht verrutschen, umfallen, hin-und-her-Rollen oder herabfallen kann.


Ist die Ladungssicherungsmethode aufgrund der Beschaffenheit des Ladegutes (zB. Verpackung, Schwerpunkt) nicht einwandfrei bestimmbar, holen Sie vom Verlader Anweisungen zur ausreichenden Ladungssicherung ein.


Darüber hinaus sind Sie zu folgenden Maßnahmen verpflichtet:

Sicherung mit Spanngurt Sicherung mit Spanngurt Ladungssicherung mit Spanngurten Ladungssicherung mit Spanngurten
  • Kontrolle der Lastverteilung und Ladungssicherung vor Fahrtantritt. Sie sind auch dann zur Kontrolle verpflichtet, wenn ein anderer das Fahrzeug beladen hat.
  • Sollte es sich um einen verplombten Auflieger handeln, darf dieser in Absprache mit Ihrer Ansprechperson bei LKW WALTER geöffnet werden, sofern Gefahr in Verzug ist.
  • Fahrverhalten muss der Ladung angepasst werden.
  • Achten Sie auf die Besonderheiten der Ladungssicherung im Kombinierten Verkehr.
  • Die Ladungssicherung muss auch für kurze Fahrten innerhalb des Werksgeländes sichergestellt sein.
  • Einhaltung der „10 Goldenen Regeln der Ladungssicherung“

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Handhabung von Spanngurten Handhabung von
Spanngurten
Korrektes Einfädeln desGurtes in die Ratsche Korrektes Einfädeln des
Gurtes in die Ratsche

Handling Ladungssicherungsmittel

Achten Sie bitte auf folgende Punkte:

  • Führen Sie neben den fix montierten Spanngurten auf den Aufliegern mindestens fünf zusätzliche Sets (loser Spanngurt und Ratsche) sowie ausreichend Kantenschoner in Ihrer Zugmaschine mit.
  • Rollen Sie die losen, nicht benutzten Spanngurte auf und verstauen Sie diese gemeinsam mit den anderen Ladungssicherungsmitteln (z.B. Kantenschoner) in Ihrer Zugmaschine! Überschüssiges loses Ladungssicherungsmaterial bringen Sie zu einem unserer Ladungssicherungsmittel-Depots.
  • Achten Sie während des Beladevorgangs darauf, dass das Verladepersonal das Ladegut nicht auf die unbenützten, fix montierten Spanngurte bzw. Ratschen stellt. Hängen Sie diese gegebenenfalls an bzw. über die Stecklatten.
  • Spanngurte und Ratschen mit deutlichen Abnutzungserscheinungen dürfen nicht mehr für die Ladungssicherung verwendet werden. Entsorgen Sie diese.
  • Ratschen dürfen nicht in die Planen drücken. Dies kann bei Kontrollen im Bahnterminal zu Aussetzungen führen.
  • Achten Sie bei der Anwendung der Spanngurte auf das korrekte Einfädeln des Gurtes in die Ratsche (siehe Abbildungen). Verwenden Sie bei scharfkantigem Ladegut zum Schutz der Spanngurte Kantenschoner.
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